Saturday, January 7, 2006

Break in Islamabad

Posted in Islamabad at 7:58 am by 1840forBagh

(GS, 7.1.2006)

Gestern leistete ich mir den Luxus am Nachmittag etwas Kultur zu geniessen. In der Zeitung hatte ich ueber eine Fotoaustellung in der National Art Gallery gelesen und als engagierten Hobbyphotographen gab es nur eines – da will ich hin.
Nur, wo ist die National Art Gallery ? Den Taxifahrer fragen ? Voellig sinnlos, weil die meisten sowieso bei jeder Fahrt dreimal stehen bleiben um zu fragen,die unverschaemteren unter ihnen moechten ueberhaupt mit meinem Handy telefonieren und sich so nach dem Weg erkundigen.
Also Google – Bingo. Street 48,F7/4. Jetzt noch einen Taxler,der das findet und ich bin happy. Das Wunder geschieht. Hussein Rafiqu –ich habe ihn extra nach seinem Namen gefragt und ihm zweimal gesagt,dass er der „best taxi driver of Islamabad“ sei – findet auf Anhieb hin.
Wenn dieser Bau die National Art Gallery ist bin ich Tony Blair. Aber zumindest Nationa_ Art Gal_e_y steht auf dem heruntergekommenen Gebaeude. Die paar fehlenden Buchstaben kann man sich schon dazu denken.

Ein schweres Zylinderschloss mit Kette am Eisentor, kein Nebeneingang,keine Menschenseele hinter der Mauer zu sehen. Da erscheint im zweiten Stock ein Mann,der offensichtlich den Balkon abstauben will. Ich mache schulterzuckend die typische Schluessel-umdreh-Bewegung in der Hoffnung er wird das als Frage,ob hier geschlossen sei oder er mir vielleicht gar aufsperren koenne deuten. Das zweite Wunder: „no problem Sir“. Er schlurft heran,das Schloss geht auf,die Kette faellt,das Tor oeffnet sich und ich bin in der National Art Gallery von Islamabad. Nicht mal Eintritt zahle ich – gut auch bei uns verkauft die Putzfrau in Schoenbrunn keine Tickets.
Nach einem Rundgang durch die Ausstellung in der mir zwei wunderbare schwarz-weiss Fotos besonders gefallen ist mir der gute Mann ein ordentliches Trinkgeld wert. Und draussen wartet Hussein imTaxi auf mich.

Von Gottfried Strasser / Islamabad

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Iglu-Projekt “just in time and right”

Posted in Bagh area, Islamabad at 7:14 am by 1840forBagh

(GS,7.1.2006)

Iglu Projekt “just in time and right”

Das Iglu Projekt kommt gerade noch rechtzeitig, wenn auch wir die Arbeit wegen dem Wetter fuer 2 Tage unterbrechen mussten.
Abgesehen vom richtigen Zeitpunkt der Hilfe wurde das Projekt nicht umsonst von UNOCHA (United Nations Office for Coordination of Humanitarian Affairs) als best shelter project bezeichnet. Die Iglu-Form bringt vielerlei

Vorteile:

1.) mit 6 Wellblechen (ca 1m x 3m) bekommen wir ein Iglu mit ca 12m2 Grundflaeche, wo sogar ich bequem stehen konnte (bin 1,87 m – nach dem anstrengenden Aufstieg waren es sicherlich einige Zentimeter weniger).
2.) Ein vergleichbares shelter Programm der Imran Khan Stiftung verwendet 10 Bleche die in Zeltform aufgebaut werden – da kommen nur mehr Kinder aufrecht hinein. Und der Preis ist doppelt so hoch.
3.) Bei allen Iglus koennen aufgrund der Groesse die alten Haustueren als Eingangstueren verwendet werden.
4.) Selbst die Schneemassen vom Jahresanfang brachten keinerlei Einsturzgefahr,wie bei den Zelten.
5.) Es besteht keine Brandgefahr.
6.) Alle Iglus werden mit einem kleinen Ofen ausgestattet.

Die Armee und UNO befuerchten , dass es durch die Verwendung primitiver Heizvorrichtungen (z.B. leere grosse Oeldosen in denen Holz verbrannt wird) in den Zelten zu Braenden kommen koennte. Daher sollen in den Zeltlagern sogenannte „heating centers“ errichtet werden – Grosszelte mit 40 Oefen fuer bis zu 200 Personen, in denen sich die Menschen aufwaermen koennen. Dafuer muessen jetzt auch noch Feuerloescher angeschafft und Informationsblaetter gedruckt werden. Ob das so sinnvoll ist ??
Ich habe auch Iglus aus Polyester gesehen – allerdings nur eines und das diente als Holzlager neben der Strasse. Kann mir jemand sagen, wie man so eine Huette auf ueber 2000 m hinaufbringt ?? Allein beimTransport sollen 70% davon kaputt gegangen sein.

Von Gottfried Strasser / Islamabad